Schenkungen.

schenkung

Schenken, Übergeben oder Vererben?
Was ist bei einer Übertragung zu beachten?
Was ist besser? Das Haus den Kindern zu schenken?
Oder besser dem Gatten/der Gattin?
Soll sich der Geschenkgeber ein Wohnrecht oder ein Fruchtgenussrecht vorbehalten? Was ist der Unterschied?
Oder soll man das Haus doch besser behalten (die Kinder erben am Ende doch sowieso alles)?

Viele Dinge sind zu beachten: von der Ausgestaltung des Wohnungsrechtes, wer die Betriebskosten zu zahlen hat, über die Frage des (Schenkungs-) Pflichtteilsanspruches der nichtbeschenkten Kinder bis zum Rückgriffsanspruch des Pflegeheims, sollte der Geschenkgeber einmal in ein solches aufgenommen werden.

Auch die Steuer ist ein wichtiges Thema: zwar wurde die Schenkungssteuer 2008 abgeschafft, es gilt jedoch trotzdem, bei Schenkungen steuerliche Regelungen zu beachten. So fällt bei der Übergabe von Immobilien beispielsweise die Grunderwerbsteuer an.

Diese bemisst sich ab 01.06.2014 grundsätzlich vom Verkehrswert der Immobilie. Bei Schenkungen an nahe Anverwandte (z.B. Kinder, Ehegatte oder neu: auch Lebensgefährte) bemisst sich die Grunderwerbsteuer grundsätzlich vom 3-fachen Einheitswert; zudem unterliegen die nahen Anverwandten einem begünstigten Steuersatz (anstatt 3,5% nur 2%).

Anders als vor dem 01.06.2014 bemisst sich die Grunderwerbsteuer bei Übertragungen der Immobilie unter nahen Anverwandten selbst dann vom 3-fachen Einheitswert, wenn eine gemischte Schenkung (also z.B. eine Übergabe gegen Einräumung eines Wohnungsgebrauchs- oder Fruchtgenussrechtes) oder gar ein Kauf vorliegt; also selbst dann, wenn die Eltern ihrem Kind eine Eigentumswohnung verkaufen, ist die Grunderwerbsteuer von 2% nicht vom Kaufpreis sondern lediglich vom 3-fachen Einheitswert zu bemessen.

Voraussichtlich ab 01.01.2016 gilt jedoch als Bemessungsgrundlage für jede Immobilienübertragung der Verkehrswert. Bei nahen Anverwandten soll dann allerdings statt dem allgemeinen Steuersatz von 3,5% ein gestaffelter Steuersatz gelten: bis zu einem Verkehrswert von € 250.000,00 = 0,5%, von € 250.000,00 – € 400.000,00 = 2% und ab € 400.000,00 = 3,5%.

In Ausnahmefällen kann auch die Immobilienertragsteuer anfallen.
Bei Schenkungen, die nicht grunderwerbsteuerpflichtig sind, ist das „Schenkungsmeldegesetz“ zu beachten. Nach diesem sind Schenkungen – ab einer gewissen Höhe – dem Finanzamt anzuzeigen, auch wenn sie keine Steuerpflichten auslösen.

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